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Hintergrundmusik: Zhui Meng (Instrument: Xun/"Okarina")

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Archiv
 

Online-Seminar am Institut für Soziologie im Sommersemester 2015

"Texte und (Online)Erkundungen zu Gesellschaft und Kultur des heutigen China"

In diesem Projekt-Seminar haben sich Studierende der Leibniz Universität Hannover [LUH] mit Studierenden der Germanistik an der

Nanchang Universität [NCU]über verschiedene Aspekte der chinesischen Gesellschaft und Kultur ausgetauscht. Die Studierenden der

Soziologie an der LUH haben darüber hinaus auch Hintergrund-Lektüre zu den Themen vorab gelesen. Für die Studierenden der NCU

stand hingegen der Aspekt der Sprachverwendung im Vordergrund.


 

Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft im Wintersemester 2012/13

Theorie und Praxis pädagogischer Reflexion

Modul Bachelor Sonderpädagogik (B3) "Reflexion pädagogischer Handlungsprobleme"                                                                                               

Der Begriff der (Selbst-)Reflexion hat einen hohen Stellenwert in der Beschäftigung mit Prozessen des Lernens oder auch des Lehrens. Er wird von einigen Autoren als „Schlüsselkategorie professionellen Handelns" oder als „Kernelement pädagogischer Professionalisierung" thematisiert und mündet dann auch in die Forderung nach einer reflexiven Lehrerbildung. Nicht selten bleibt in der pädagogischen bzw. erziehungswissen-schaftlichen Literatur jedoch unklar, was mit dem oft gebrauchten Begriff gemeint ist. Dort, wo Reflexion eine Ausdeutung erfährt, lassen sich dann aber unterschiedliche Begriffsverständnisse ausmachen.
Das Seminar soll der Erkundung des Themas Reflexion dienen - sowohl in einer theoretischen Annäherung an den Begriff wie praktisch an Fall-Beispielen aus der pädagogischen Praxis.

 


 

 Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft im Sommersemester 2012

Schule im sozialisationstheoretischen Prisma: Parsons - Bourdieu - Honneth

M.Ed./LG, Modul Pädagogische Kontexte: SE Sozialisation in der ausdifferenzierten Gesellschaft (EW 2.2)

Das Seminar wird zweifach angeboten, einmal montags von 16 bis 18 Uhr (Raum 333) und ein anderes Mal dienstags von 12 bis 14 Uhr (Raum 307).

In diesem Lektüre-Seminar soll es um theoretische Perspektiven auf Schule (ggf. auch andere Bildungseinrichtungen) als Sozialisationsinstanz gehen. Es soll die sozialisatorische Wirkung von Schule jenseits des formellen Lehrplans in den Blick genommen werden.

Sozialisationstheorien versuchen eine Antwort darauf zu geben, wie sich der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt bildet. Ausgehend von einem nahezu klassischen Text von Talcott Parsons (1959), in dem wesentliche Aspekte der Sozialisierung durch Schule angesprochen werden, sollen im Weiteren vor allem die theoretischen Konzepte von Pierre Bourdieu (Milieutheorie) und von Axel Honneth (Anerkennungstheorie) behandelt werden, um die sozialisatorischen Wirkungen von Bildungseinrichtungen diskutieren zu können. Dabei wird Schule als Ort von Kämpfen um Anerkennung oder als Ort der Reproduktion sozialer Ungleichheit zum Thema.

Anhand von Protokollen des Schullebens könnte schließlich im letzten Teil des Seminars überprüft werden, wie tragfähig die behandelten Konzepte sind, um Sozialisationsprozesse als Habitualisierung bzw. Identitätsentwicklung zu erfassen. Das Seminar erfordert intensive Lektüre und Diskussionsbereitschaft. Als Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit vorgesehen, die vorbereitet wird durch eine Kurz-Präsentation (10 min.) im Seminar.

Literatur:

  • Bourdieu, Pierre (2001): Wie die Kultur zum Bauern kommt. Über Bildung, Schule und Politik. (VSA-Verlag)
  • Honneth, Axel (1994): Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. -Frankfurt am Main (suhrkamp)
  • Kramer, Rolf-Torsten; Helsper, Werner (2010): Kulturelle Passung und Bildungsungleichheit - Potenziale einer an Bourdieu orientierten Analyse der Bildungsungleichheit. S. 103-125 In: Krüger, Heinz-Hermann u.a.: Bildungsungleichheit revisited II. -Wiesbaden (Verlag für Sozialwissenschaften)
  • Parsons, Talcott (1968): Die Schulklasse als soziales System. Einige ihrer Funktionen in der amerikanischen Gesellschaft. S. 161-193. In: ders.: Sozialstruktur und Persönlichkeit. -Frankfurt am Main (Europäische Verlagsanstalt)
  • Wiezorek, Christine (2005): Schule, Biografie und Anerkennung. Eine fallbezogene Diskussion der Schule als Sozialisationsinstanz. -Wiesbaden (Verlag für Sozialwissenschaften)                            

 

Seminar am Institut f. Erziehungswissenschaft im Wintersemester 2011/12

Einführung in Schule & Unterricht

FüBa Seminar: Mo 10-12 h & 14-16 h Raum: ???, ab 10.10.2011

 


 

Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft im Sommersemester 2011

Antinomien pädagogischen Handelns

Donnerstags 12-14 Uhr, Raum 233: Schloßwender Straße 1

In diesem Seminar wird es um die Bedeutung von Antinomien bzw. Paradoxien im schulischen und außerschulischen pädagogischen Handeln gehen.
Das Seminar wird durch den Wechsel zwischen Fall-Rekonstruktion und theoretischer Reflexion strukturiert sein. Die Auswahl der zu behandelnden Fälle erfolgt nach gemeinsamer Absprache in den ersten Sitzungen. Die theoretische Reflexion wird unterstützt durch die Lektüre zu Konzeptionen von pädagogischer Professionalität.

Literatur:
• HELSPER, Werner: Pädagogisches Handeln in den Antinomien der Moderne. In: Krüger, Heinz-Hermann; Helsper, Werner (1996, 2. Aufl.): Einführung in Grundbegriffe und Grundfragen der Erziehungswissenschaft. Opladen, S. 15-34
• COMBE, Arno; HELSPER, Werner (1996): Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns. Frankfurt am Main
• OEVERMANN, Ulrich: Professionalisierungsbedürftigkeit und Professionalität pädagogischen Handelns. In: KRAUL, M.; MAROTZKI, W.; SCHWEPPE, C. (2002): Biographie und Profession. Bad Heilbrunn, S. 19-63

 


 

Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft im Sommersemester 2011

Facetten von Sozialisation in der Gegenwart

Mittwochs 14-16 Uhr, Raum 233: Schloßwender Straße 1

In diesem Seminar sollen Facetten der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen in der deutschen Gegenwartsgesellschaft behandelt werden. Nach einer Einführung in die aktuelle Diskussion der Sozialisationsforschung können die Teilnehmenden sich einem selbst gewählten Themenfeld widmen. Innerhalb dieses Themenfeldes soll eine begründete Entscheidung für eine gegenwartsbezogene Publikation zu einer Sozialisationstheorie oder für eine aktuelle Studie der empirischen Sozialisationsforschung getroffen werden, um diese dann im Seminar vorzustellen und zu bewerten. Abgeschlossen wird die Prüfungsleistung schließlich mit der schriftlichen Ausarbeitung des Vortrags zu einer Rezension.

Als thematische Aspekte für Sozialisation kommen beispielsweise in Betracht: Armut, Familie, Geschlecht, Gesundheit, Medien, Migration, Milieus, Peers, Politik u.v.m.


Um schon vorab einen Überblick zu gewinnen, kann etwa das „Handbuch Sozialisationsforschung“ von Klaus Hurrelmann konsultiert werden.

 


 

Seminar am Institut für Soziologie im Sommer-Semester 2011

Hochschul-Soziologie (mit Heidrun Schneider)      

Montags 10-12 Uhr, ab 04.April 2011, Raum 108: Schneiderberg 50                                                                                 

Soziale Praxis an Hochschulen ist oft nur ein außerwissenschaftlich behandeltes Randthema in Seminaren, obwohl der Gegenstand doch so nahe ist und „vor Ort“ zu studieren wäre. Mit den Hochschulen als Gegenstand der Sozialwissenschaften sind u.a. bildungs-, wissenschafts- und organisationssoziologische Fragestellungen verbunden. Dieses Seminar soll zunächst mittels der Lektüre grundlegender Texte in allgemeine Themen und Fragen der  Hochschulsoziologie einführen, um dann einige speziellere Aspekte anhand aktueller Entwicklungen aufzugreifen.

Im ersten Teil des Seminars werden klassische Texte des 20. Jahrhunderts im Vordergrund stehen, die einen theoriegeleiteten Blick auf die Bildungsinstitutionen erlauben sollen. Im zweiten Teil des Seminars soll es dann um einige ausgewählte Aspekte gehen (bspw. Umstrukturierung von Studiengängen, Unterschiede in den Fachkulturen, Wandel studentischer Lebenswelten, neue Formen der Wissensproduktion, Wandel der Hochschulorganisation oder die Kopplung von Wissenschaft und Gesellschaft). Hier können Schwerpunkte aufgrund der Interessen der SeminarteilnehmerInnen vereinbart werden.

Voraussetzung für die Teilnahme ist die seminarbegleitende Lektüre. In den Seminarsitzungen sollen die Texte rekonstruiert, kontextualisiert und inhaltlich diskutiert werden. Der Erwerb von Leistungspunkten erfolgt über das regelmäßige Anfertigen kleinerer schriftlicher Arbeiten.

Einen ersten Zugang zu möglichen Themen bietet die Linkliste unter: http://www.hochschulforscher.de

 


 

Seminar am Institut für Soziologie  im Wintersemester 2010/11

Bildungsgerechtigkeit (mit  Anja Reimer)

SE 2: Mo 10:00-12:00, Schneiderberg 50,  Raum: V108, ab 25.10.2010

"Der Begriff der Bildungsgerechtigkeit impliziert sehr unterschiedliche Konnotationen. Diese sind zumeist gekennzeichnet durch ein Alltags-verständnis von Gerechtigkeit, das häufig mit Gleichheit oder gar dem Anspruch auf soziale Gleichheit in einer Gesellschaft verwechselt wird. Ein solches Verständnis wird weder durch die philosophische Tradition des abendländischen Gerechtigkeits­ver­ständnisses noch durch theolo-gische, d. h. christliche Gerechtigkeitsvorstellungen und schon gar nicht durch eine juristische Fassung des Gerechtigkeitsverständnisses unterlegt, wie es dem Grund­gesetz für die Bundesrepublik Deutschland zugrunde liegt."

Mit diesen Sätzen beginnt das Jahresgutachten des Aktionsrates Bildung (2007) zum Thema Bil­dungs­gerechtigkeit. Ein Begriff der im Allge-meinen viel Zustimmung erzeugt, zumindest würde sich wohl niemand in politischen Debatten gegen Bildungsgerechtigkeit aussprechen, wird hier als einer markiert, der vom Alltagsverständnis scheinbar deutlich missverstanden wird und sich auf keine Tradition berufen könne, jedenfalls weder philosophisch noch theologisch oder juristisch sich herleiten ließe. Wird der Zusammenhang mit einem Anspruch auf soziale Gleichheit hier zurückge­wie­sen? In einer anderen Publikation zu Gerechtigkeit und Effizienz im Bildungswesen wird zunächst gefragt, wie die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems gesteigert werden könne und ob eine solche Steigerung möglich sei, ohne fundamentale gesellschaftliche Werte und Ziele wie Gleichheit, Gerechtigkeit und soziale Integration massiv zu verletzen. Deutlich wird, dass der Diskurs zur Bildungsgerechtigkeit im Zusammenhang mit sozialer Gleichheit thematisiert wird. Wie sich dieses Verhältnis von Bildungsgerechtigkeit und sozialer Gleichheit im Diskurs darstellt, soll im Seminar anhand ausgewählter Texte näher untersucht werden. Gleichzeitig soll das Seminar einen Einblick in diskursanalytische Verfahren bieten. Eine im Wintersemester gleichzeitig vom Institut für Erziehungswissenschaft organisierte Ring­vor­lesung „Bildungs-un-gerechtigkeit und soziale Un-Gleichheit" (Mi. 16-18 h) mit ReferentInnen aus verschiedenen Disziplinen bietet Gelegenheit zur Ergänzung bzw. Vertiefung des Seminarthemas.

Literatur:

Jäger, Siegfried (2004): Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung. (4. Auflage) -Münster

Keller, Reiner (2007): Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen. (3. Auflage) -Wiesbaden

Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (Hg.) (2007): Bildungs-gerechtigkeit. Jahresgutachten (des Aktionsrates Bildung). -Wiesbaden.

Wimmer, Michael; Reichenbach, Roland; Pongratz, Ludwig (Hg.) (2007): Gerechtigkeit und Bildung. -Paderborn/München/Wien/Zürich.


Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft 2010/11

Bildung und Sozialisation in der ausdifferenzierten Gesellschaft

SE 2: Fr 12:00-14:00 Raum: 1211.333, ab 22.10.2010

Im Seminar geht es um die Rekonstruktion pädagogischen Handelns an empirischem Material. An konkreten Fällen soll untersucht werden, inwiefern pädagogisches Handeln sozialisatorische Wirkung entfaltet und geeignet ist Bildungsprozesse anzustossen bzw. zu verhindern. Erst im An­schluss an das methodisch kontrollierte Verstehen, soll es der Blick auf ausgewählte theoretische Ansätze gestatten, deren Tauglichkeit anhand der vorgenommenen empirischen Erkundungen zu prüfen. 

 


 Seminar am Institut f. Erziehungswissenschaft im Wintersemester 2010/11

Einführung in Schule & Unterricht  

FüBa SE 2: Mo 16:00-18:00 Raum: 1211.333, ab 18.10.2010

Das Seminar soll aus wissenschaftlicher Perspektive in schulische Kontexte und Strukturen pädagogischen Handelns einführen. Dies soll einerseits geschehen mittels genauer Textlektüre sowie andererseits fallrekonstruktiver Erschließung pädagogischer Praxis. Die Grundlagenliteratur wird sowohl aus leicht lesbaren einführenden Texten mit Überblicks­charakter wie auch aus Fachliteratur bestehen.Die Teilnahme setzt die Bereitschaft zur Anfertigung eines Sitzungsprotokolls voraus. Als Prüfungsleistung ist eine schriftliche Arbeit  vorgesehen.       


 Seminar am Institut für Soziologie im Sommer-Semester 2010

Anerkennung und Bildung

Do. 10 h, Raum 3109/111

Module: BKM2, BS  Studienbereiche: SOZ1, SOZIOL3, SOP2, LG4, LGHR4, H4

"Für unsere psychische und soziale Kräftigung und Identitätsbildung besitzt die Anerkennung eine ähnlich elementare Funktion wie auf biologischer Ebene Wasser und Luft." (Axel Honneth)

Wir wissen von den selektiven Funktionen und Effekten des Bildungssystems, die gerade auch in Deutschland zur Reproduktion sozialer Ungleichheiten führen und auch politische und soziale Teilhabe verhindern. Doch welche Bedeutung kommt  den personalen Beziehungen  in  den Bildungsprozessen zu, wie setzen sich hier die auf Systemebene nachgewiesenen Prozesse im „Kleinen" als institutionelle aber doch auch interindividuelle Diskriminierungen bzw. Exklusionen durch?

Einen Erklärungsansatz neben anderen bietet die Anerkennungstheorie von Axel Honneth zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte.  Danach bilden Anerkennungsprozesse eine wesentliche  Grundlage für die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen (Bildung).  Die Qualität der Anerken­nungs­beziehungen ist aber nicht nur für das Individuum höchst bedeutsam sondern auch für die Gesellschaft, die sich mit den Folgen misslingender Anerkennung auseinanderzusetzen hat, sei es in Form von Fremdenfeindlichkeit, (Jugend)Gewalt oder politischem Desinteresse.

Die Schule oder andere Bildungseinrichtungen stellen in diesem Zusammenhang zentrale Institutionen dar, in denen über gelingende Aner­ken­nungs­beziehungen die Integrationskräfte einer Gesellschaft gestärkt werden können. In den schulischen Lern- bzw. Bildungsprozessen aber auch in der sozialen Arbeit steht dem zu erwerbenden Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten immer auch die Anerkennung der Fähigkeiten des Anderen gegenüber.  Honneth geht es um Verhältnisse reziproker Anerkennung. Dies bedeutet im Lehrer-Schüler-Verhältnis,  dass nicht nur Lehrer gegenüber Schülern (bzw. Professionelle gegenüber Klienten), sondern auch Schüler eine solche Anerkennung gegenüber Lehrern entwickeln.

Doch soll es nicht darum gehen, gesellschaftliche Realität auf die Unmittelbarkeit ihrer persönlichen Beziehungsstrukturen zu reduzieren. Gerade in der Lehrer-Schüler-Interaktion  geht es immer um eine prekäre Gratwanderung zwischen Autorität und Kollegialität, Asymmetrien und Rollenkom­plementaritäten in pädagogischen Beziehungen lassen sich nicht leugnen. Ob und in welchem Maße die Gratwanderung gelingen kann, ist aber nicht allein eine Frage der persönlichen Begegnung. Soziale Strukturen und Wertvorstellungen  rahmen und prägen die sozialen Beziehungen von vornherein.

Im Seminar, das weitgehend auf Lektüre beruht, soll  zunächst die theoretische Grundlegung im „Kampf um Anerkennung"  erarbeitet werden, um diese dann anhand sowohl sozialwissen­schaftlicher wie pädagogischer Fragestellungen am Beispiel des Bildungsthemas zu vertiefen.

Literatur: Honneth, Axel (1994): Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt am Main: Suhrkamp-Taschenbuch-Verl. (stw1129)


Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft im Sommersemester 2010

M.Ed./LG Modul Pädagogische Kontexte: SE Erziehung – Grundlagen und Handlungsformen (EW 2.1)

Der Leistungsdiskurs in pädagogischen Kontexten

In der Schule geht es auch - vielleicht sogar vor allen anderen Dingen - um die Leistung. Dabei ist die Beurteilung von Schülerleistungen kein einfaches Geschäft. So ist schon lange kontrovers, inwieweit die praktische Leistungsbeurteilung die ihr zugesprochene Funktion der Selektion adäquat gewährleisten kann. Auch gilt es als fraglich, ob sich Leistungsbeurteilung mit anderen pädagogischen Funktionen verträgt.

Daher  soll im Seminar untersucht werden, was Leistung im pädagogischen Kontext meint und meinen kann und welche Probleme sich im Kontext pädagogischen Handelns daraus ergeben (können). Dies soll auf zwei Ebenen geschehen: Einerseits soll die erziehungs-wissenschaftliche Literatur auf den pädagogischen Leistungsbegriff hin untersucht werden, andererseits soll die Praxis der Leistungsbeurteilung anhand empirischen Materials in den Blick genommen werden.


Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft im Sommersemester 2010

M.Ed./LG, Modul Pädagogische Kontexte: SE Sozialisation in der ausdifferenzierten Gesellschaft (EW 2.2)

Schule als moralische Anstalt?

Im Seminar geht es um den Diskurs über die Aufgaben von Schule in einer modernen, pluralen und weitgehend säkularen Gesellschaft, in der die Befürchtung umgeht, dass die gemeinsam geteilten Werte immer mehr abhanden kommen.

Ist die Schule noch eine moralische, eine auf Erziehungs- und Sozialisationsprozesse abzielende Institution oder hat sie sich doch eher auf das Unterrichten zu beschränken? Moralische Fragen wären dann allenfalls Sache eines speziellen Ethik-Unterrichts oder in der politischen Bildung zu verorten, aber nicht mehr Bestandteil eines allgemeinen bzw. fächerübergreifenden pädagogischen Projektes.

Auf der anderen Seite ist die ethische Dimension aber im Zusammenhang der diskussion um Schulentwicklung und -profilierung häufig in schulischen Leitbildern verankert. Auch in den Schulgesetzen bleibt sie nicht unerwähnt, findet sich allerdings auch eher in den Präambeln.

Wo also wird die ethisch-moralische Dimension von Schule berücksichtigt? Zunächst soll der Diskurs der letzten Jahrzehnte rekonstruiert werden. Dabei kann und soll die Tatsache nicht außer acht bleiben, dass es bis 1989 zwei konkurrierende deutsche Bildungssysteme in unterschiedlichen politischen Kontexten gab. Auch ein Blick über die nationalen Grenzen könnte gewagt werden. Oder es könnte der Zusammenhang mit anderen Diskursen wie "Demokratie Lernen" (BLK-Gutachten) oder der Diskussion um Schulkultur in den Blick genommen werden. Und schließlich könnte diskutiert werden, wie die Anforderungen an Schule unter den aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen zu (re)formulieren wären.


Seminar am Institut f. Erziehungswissenschaft im Sommer-Semester 2010

Bachelor Sonderpädagogik, Modul B.1: Grundfragen und Strukturprobleme pädagogischen Handelns

(Wie) Ist Inklusive Pädagogik möglich? Praxisbeispiele&Forschungsergebnisse                                                                                        

Vor dem Hintergrund der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die dadurch ausgelöste Diskussion um inklusive Bildung sollen die notwendige Veränderungen hin zu einem inklusiven Bildungssystems in den Blick genommen werden.Eine Übersetzung der bislang eher theoretischen Debatte in die Praxis steht – gerade auch in Deutschland – erst am Anfang.

Im Seminar soll mit einer Recherche zunächst ein Überblick gewonnen werden, einerseits wo und in welcher Form inklusive Pädagogik weltweit in der Praxis schon zu finden ist  und andererseits, welche Forschungsergebnisse zu den Projekten inklusiver Pädagogik vorliegen. Ausgewählte Praxisbeispieleund Forschungsergebnisse sollen dann im Seminar diskutiert werden, um den Blick für die Chancen und die Barrieren in der Verwirklichung inklusiver Pädagogik zu schärfen.


Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft im Wintersemester 2009/10

Einführung in Schule & Unterricht

Das Seminar soll aus wissenschaftlicher Perspektive in schulische Kontexte und Strukturen pädagogischen Handelns einführen. Ganz allgemein könnte es dabei um drei übergeordnete Fragen auf unterschiedlichen Ebenen gehen:

1. Was sind überhaupt die Fragen, wenn es um Schule und Unterricht geht?
2. Wie kommt man/frau zu Antworten? &
3. Welchen Status haben diese Antworten?
Das klingt etwas trocken, distanziert oder abstrakt. Daher ein paar konkretere Beispiele für die Ebenen:


1. Was sind die Fragen:
-Was ist guter Unterricht? Wie sieht professionelles Lehrerhandeln aus?
-Welche Funktion(en) bzw. Zwecke soll Schule erfüllen?
-Wie funktioniert Schule wirklich? & Könnte sie anders organisiert werden?
-Wo liegen eventuell Probleme und wie kann mit ihnen umgegangen werden?
2. Wie kommt man/frau zu Antworten?
- Durch 'learning by doing' oder durch theoretische Reflexion?
- Was muss man wissen und was sollte man mitbringen als zukünftiger Lehrer?
- Welche Methoden helfen in der Bearbeitung der Fragen?
- Wie sollte die Lehrerbildung aussehen?
3. Welchen Status haben die Antworten?
- Sind die Antworten verallgemeinerbar oder standortabhängig? Kann, darf, sollte bzw. muss jede/r seine eigenen Einsichten gewinnen?
- Wie ist die Beziehung zwischen Theorie und Praxis? Was bedeuten die Antworten für das eigene Handeln?


Sicher lassen sich in einem Semester nicht alle Fragen auch nur annähernd erschöpfend beantworten. Also werden wir ausgehend von den Interessen im Seminar einigen dieser Fragen nachgehen und sie , wo dies möglich ist, an Beispielen vertiefen. Dann können wir -wie in einem Puzzle- versuchen Frage und Beispiel in einem noch unbekannten Feld so anzuordnen, dass sich so etwas wie eine Struktur bildet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!


Anmeldung über stud.ip zwischen Mo 21.09.09, 08:00 Uhr und Fr 09.10.09, 20:00 Uhr. Sie können sich nur zu einem der Seminare dieses Moduls anmelden, im Anmeldezeitraum aber noch ummelden. Ihre Anmeldung bleibt nur gültig, wenn Sie in der 1. Seminarveranstaltung anwesend sind. Anderenfalls wird Ihr Platz wieder vergeben.


Seminar am Institut für Erziehungswissenschaft im Wintersemester 2009/10

Vertiefende und exemplarische Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlichen Grundfragen:

Professionalität und Inklusion

Die Kritik am mehrgliedrigen deutschen Schulsystem ist mittlerweile weitgehend bekannt. Eine Losung heißt daher momentan: "Eine Schule für alle!" So findet im November in Frankfurt eine Tagung zum Thema "Eine Schule für alle. Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Inklusion." statt und der Verband der Sonderpädagogik organisiert im April 2010 einen Kongress zum Thema "Inklusion braucht Professionalität".

Mit den beiden Stichworten Inklusion und Professionalität sind schon Themen berührt, die als erziehungswissenschaftliche Grundfragen formuliert werden können. Bevor das Seminar sich jedoch mit den normativen und praxisregulierenden Motiven der (Sonder)-Pädagogik ("Professionalität") und möglichen erkenntnisleitenden und handlungsorientierenden Theorien ("Inklusion") auseinandersetzt, könnte eine Verständigung über Fragen der Legitimierung von (Sonder)Pädagogik eine gute Vorbereitung darstellen. Die genannten Inhalte sind nur als Themenvorschlag zu verstehen. Eigene Themenvorschläge können gerne von den Teilnehmenden zu Beginn des Seminars noch eingebracht werden.

Anmeldung über stud.ip zwischen Mo 21.09.09, 08:00 Uhr und Fr 09.10.09, 20:00 Uhr. Sie können sich nur zu einem der Seminare dieses Moduls anmelden, im Anmeldezeitraum aber noch ummelden. Ihre Anmeldung bleibt nur gültig, wenn Sie in der 1. Seminarveranstaltung anwesend sind. Anderenfalls wird Ihr Platz wieder vergeben.


Seminar am Institut für Soziologie im Wintersemester 2009/10

Soziologische Perspektiven auf "Lehren als Profession"

SE 2: Fr 10:00-12:00 Raum: 3109.111, ab 09.10.2009
Module/Bereiche: BS, Soz 3c, Soziol 3, H 4, LG 4, LGHR 4, MTE 7, EJS 4


In diesem Seminar soll es darum gehen, einen Blick auf die vielfältigen Tätigkeiten des Lehrens zu werfen. Wo haben wir es hier mit einer professionalisierten Tätigkeit zu tun? Antworten hierauf verspricht die Professionssoziologie. In der Diskussion ist aber auch das Verhältnis von Profession zu Organisation. Lehren als Profession ist ein Kernthema der Lehrerbildung.

Im Alltagsverständnis gilt die professionelle Ausübung einer Tätigkeit als Gütesiegel. Demnach wäre eine Professionalisierung in vielen Tätigkeitsbereichen anstrebenswert. Doch was nun eine Profession ausmacht, dazu gibt es unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze. Auch wird diskutiert, inwieweit sich gegenwärtig noch sinnvoll von Professionen sprechen lässt oder ob es nicht auch Tendenzen zur Deprofessionalisierung gibt. Zwar stellten Professionen bisher eher eine privilegierte, wissensbasierte Form der Berufsarbeit dar, doch werden in der modernen Arbeitswelt zunehmend Vorgaben durch Organisationen oder den Staat als Bedrohung der Privilegien gesehen.

Gleichzeitig sehen sich die Professionen zunehmend einem Ökonomisierungsdruck ausgesetzt. Andererseits könnte die viel diskutierte Entwicklung zu einer Wissensgesellschaft dem Konzept der Profession zu einem Aufschwung verhelfen, denn wissensbasierte Arbeit soll ja eines der Kennzeichen dieser Gesellschaft sein. In dem beschrieben Spannungsfeld bewegen sich auch die lehrenden Berufe, deren vielfältiges Spektrum im Seminar Berücksichtigung finden sollen, denn auch für Sozialwissenschaftler stellt die Lehre ein wichtiges Tätigkeitsfeld dar. Die Diskussion, inwieweit lehrende Tätigkeiten eine Profession darstellen hat eine gewisse Tradition.

In diesem Seminar soll es weniger um die aus Sicht der Lehrerbildung klassische Frage danach gehen, was professionelle Lehrer wissen und können sollen. Vielmehr soll aus soziologischen Perspektiven untersucht werden, inwiefern und in welcher Form das Professionskonzept eine adäquate Beschreibung für die Weiterentwicklung der lehrende Berufe darstellt. Dabei ist es natürlich unerläßlich, darauf zu reflektieren, was den Maßstab für eine Bewertung als adäquat abgibt.

Die genauere Arbeitsorganisation wird in der ersten Sitzung vereinbart. Was die Strukturierung der gemeinsamen Arbeit angeht, könnte es reizvoll sein, sich an der Szenario-Methode zu orientieren und die Aufmerksamkeit damit nach Aneignung von Grundlagen handlungsorientierend auf die Zukunft hin auszurichten. Literaturhinweise und weitere Informationen zum Seminar finden Sie ab Anfang September unter der E-Learning-Plattform stud.ip. Ein kleiner Handapparat wird in der Fachbereichsbibliothek Sozialwissenschaften (FBS) zur Verfügung stehen.

 


Seminar am Institut für Soziologie & Sozialpsychologie im Wintersemester 2008/09

Bildungstheorie(n) (zus. mit Heidrun Schneider)

Do, wöchentl., 18 - 20 h, ab 16.10.2008, Schneiderberg 50, Raum V 111

Die empirische Bildungsforschung "boomt". Doch gibt es auch eine aktuelle Bildungstheorie? Welche normativen Prämissen geben heute den Hintergrund für die allgegenwärtigen Evaluierungsversuche von Bildungsprozessen?

Vom "Programme for International Student Assessment" ~kurz PISA~ ist viel die Rede, so viel,dass es bald keine/r mehr hören mag, doch wer hat in den letzten Jahren von Bildungstheorien gehört oder gelesen? Immerhin findet man einerseits recht schnell Verweise auf Klassiker der Bildungstheorie oder Einführungen in die Philosophie der Bildung einer Bildungstheorie der Neuen Medien oder die Frage nach dem Verhältnis von empirischer Bildungsforschung und Bildungstheorie(n) finden sich in der Literatur. Doch trotzdem kann
wohl konstatiert werden, dass sich Bildungstheorie gegenüber der empirischen Bildungsforschung in der Defensive befindet.

Im Seminar soll es zunächst um klassische Ansätze der Bildungstheorie gehen, die dann ergänzt werden um ausgewählte Ansätze der Bildungsdebatte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Schließlich soll nach dieser Grundlegung die Fahndung aufgenommen werden nach aktuellen bildungstheoretischen Ansätzen, die sich auf Gegenwartsdiagnosen stützen. Die Thematik bringt es mit sich, dass hier die Pädagogik den Diskurs bestimmt. Es ist daher auch eine Herausforderung, die bildungstheoretische Spur weniger aus der in der Pädagogik dominierenden geisteswissenschaftlichen Perspektive als vielmehr aus einer sozialwissenschaftlichen
Perspektive aufzunehmen.

Diese Veranstaltung soll - im Sinne einer Fahndung n. Literatur wie der Bedeutung des Textes - auch dazu dienen, Kompetenzen in der Literaturrecherche zu erwerben bzw. zu vertiefen sowie das genaue Lesen in Anlehnung an diskursanalytische Vorgehensweisen einzuüben.

Module: "Bildungssysteme & Sozialisationsprozesse", "Kultur, Bildung, Medien"

Studienbereiche: SOZ 1, SOZIOL 3, LG 4, LGHR 4, LBS 3, H 4, H 7


Seminar am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie im Sommersemester 2008 

Lehren und soziale Arbeit als Beruf oder Profession?                      

Pädagogische und soziale Tätigkeiten in professionssoziologischer Perspektive

SE 2: Do 12:00/14:00 Raum: 3109.108, ab 09.04.2008
Module/Bereiche: BS, Soz 3c, Soziol 3, H 4, LG 4, LGHR 4, MTE 7, EJS 4

Professionen werden als ein Sonderfall von Berufen (als klassisch gelten Medizin, Jurisprudenz) behandelt. Sie genießen ein besonders hohes Maß an Autonomie und an gesellschaftlichem Ansehen und Einfluss. Kennzeichnen ist das Prinzip kollegialer Selbstkontrolle. Die Standards professioneller Tätigkeit werden nicht "von außen" festgelegt, sondern innerhalb der Profession selbst beurteilt, kontrolliert und gesichert. Die für eine Profession wichtigen Kompetenzen werden vorrangig durch formalisierte Ausbildung und praktische Erfahrung in der Anwendung erworben und in den Dienst der Gesellschaft gestellt. Professionen bilden darüber hinaus ihre eigene Ethik aus. Welche Berufsgruppen aufgrund welcher Merkmale nun tatsächlich eine Profession bilden, ist allerdings umstritten. Gerade auch für die Pädagogik(en) wird dies problematisiert. Je nach Beobachterperspektive werden derartige Diskussionen um Professionalisierung bzw. Professionalität als Versuch der Statussicherung einer Berufsgruppe oder als Bemühen um eine notwendige Logik zur Erfüllung gesellschaftlicher Aufgaben angesehen.

In diesem Seminar soll zunächst ganz allgemein rekonstruiert werden, was Professionen sind und mit welchen Problemen sie zu tun haben, um sich dann den Fragen nach Professionalität im Feld der Pädagogik(en) zu widmen. Aktuell finden Diskussionen zum Thema auch in Bezug auf die soziale Arbeit statt.
Diese Erörterungen eignen sich vielleicht für angehende Lehrer und Sozialwissenschaftler am ehesten, wenn es um einen soziologischen Blick mit einer gewissen Distanz (Außenperspektive) zu Motiven der eigenen Statussicherung geht. Dennoch dürfte die soziale Arbeit den beiden genannten Berufsgruppen doch nahe genug liegen, um auch die Binnenperspektive zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Je nach Interesse der Teilnehmerinnen werden die Schwerpunkte des Seminarprogramms eher bei den Diskussionen zur Profession des Lehrens oder denen zur sozialen Arbeit als Profession liegen.

Ein Handapparat wird in der vorlesungsfreien Zeit in der Fachbereichsbibliothek Sozialwissenschaften eingerichtet.

 


Seminar am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie im Sommersemester 2007

Schulentwicklung als Organisationentwicklung (zus.mit Fabian Dietrich)

SE 2: Fr 10:00/12:00 Raum: 3109.108, 20.10.2006
Soziol3, H4, BS1, LG4, LGHR4, EJS4

Unter dem Slogan "Gute Schulen braucht das Land" führte das Niedersächsische Kultusministerium zu Beginn des laufenden Schuljahres mit den "Schulinspektionen" den ersten "Schul-TÜV" Deutschlands ein. Aber auch anderswo sollen sich Schulen in Reaktion auf Ergebnisse unterschiedlicher Evaluationsprogramme als "lernende Organisationen" weiterentwickeln. Unter dem Stichwort Schulentwicklung werden vor allem drei Themen diskutiert: Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung. In diesem Seminar soll der Aspekt der Organisationsentwicklung im Vordergrund stehen und damit ein Thema, das sowohl angehende LehrerInnen wie aber auch SozialwissenschaftlerInnen interessieren dürfte, geht es doch -optimistisch formuliert- um die Erweiterung von Handlungsspielräumen (Autonomie) und die Koordinierung der Absichten aller an Schule bzw. auch anderen Bildungseinrichtungen (Erwachsenenbildung) Beteiligten. Es soll also untersucht werden, ob und inwieweit aktuelle Schulentwicklungsprozesse oder –programme zu einer guten oder gar besseren Schule beitragen können. Dabei sollen die Besonderheiten der Organisation Schule erarbeitet werden. Auch kann der jüngere Diskurs zur Schulentwicklung kritisch rezipiert, das heißt diskursanalytisch untersucht werden. Schließlich geht es darum, vor diesem Hintergrund einzelne Fälle von Schulentwicklung zu betrachten. Eventuell und je nach Engagement der TeilnehmerInnen lassen sich im Rahmen dieses letzten Teils dann auch Befragungen zur Organisationsentwicklung an einzelnen Schulen/Bildungseinrichtungen in der Region durchführen. Gegebenenfalls werden gegen Ende des Semesters einige Blocktermine stattfinden. Ein kleiner Handapparat wird ab Anfang April in der FBS zur Verfügung stehen.


Seminar am Institut für Soziologie & Sozialpsychologie im Wintersemester 2006/07

Bildung & Technik (als Blended-Learning-Seminar)

SE 2: Fr 14:00/16:00 Raum: 3109.108, 20.10.2006
G1, G2, H4, Soz 1, Soz 3 c, SOZIOL 2, LG 4, LGHR 4; EJS 4, Modul BS1
Bildung und Technik (als Blended-Learning-Seminar)

Das Begriffspaar von Bildung und Technik wird einerseits häufig als Gegensatz gedacht oder andererseits in der Fokussierung auf berufliche Bildung und damit einem engen Begriff von Qualifizierung im Umgang mit der Technik relevant. Darin spiegelt sich gewissermaßen die populäre These von der Unverträglichkeit der "zwei Kulturen" (C.P. Snow).

In diesem Seminar sollen jenseits davon die Wechselwirkungen von Bildungsprozessen und Technisierungsprozessen Thema sein. Damit bewegt sich die Fragestellung ganz allgemein im Schnittfeld von Bildungssoziologie und Techniksoziologie. Auf einer konkreteren Ebene geht es dann auch um die Bedeutung der neuen Medien für das Lernen. Auf dieser Ebene findet die Diskussion in den letzten Jahren sehr intensiv statt. Dabei scheint die technologische Entwicklung der Ausgangspunkt und Motor von Verheißungen für neue Formen des Lernens. In dieser Perspektive gelten die neuen Informationstechnologien als innovativ und daher förderungswürdig. Mittlerweile macht sich aber auch schon Ernüchterung in Bezug auf die Potentiale des "E-Learning" breit und die soziale Dimension des Lernens wird gegenüber der technischen wieder stärker betont. Konzepte eines "Blended Learning", einer Mischform aus Präsenzveranstaltungen und Online-Lernen, stellen eine Reaktion auf die Enttäuschungen dar. In diesem Zusammenhang wird auch eine neue Lehr-Lernkultur diskutiert, deren wesentliche Elemente sich allerdings als schon auf eine längere Tradition in der Pädagogik zurückführbar erweisen. Wie wird also realistischerweise das Wechsel-Verhältnis von Bildung und Technik neu zu bestimmen sein? Das Seminarthema soll sowohl von der theoretischen Seite wie auch von einer praktischen Seite her angegangen werden.

Gelegenheit für eine erste Auseinandersetzung mit den theoretischen Ansätzen im Feld besteht schon vor Beginn der Veranstaltung, denn ein erstes Forum einer "Theorie-AG der DGfE-Kommission Medienpädagogik" wird am 21. und 22. September 2006 in Magdeburg stattfinden.
(Info: http://www.uni-magdeburg.de/iew/theorie-forum/tagungen.html )
Bei Interesse an dieser Veranstaltung, deren Besuch aber keine Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist, wird um rechtzeitige Kontaktaufnahme (ufri13@web.de) gebeten, um eine gemeinsame Exkursion vorzubereiten.

Das Seminar startet mit einer ersten Phase der Erarbeitung der theoretischen Grundlagen zum Thema und setzt dann als Blended-Learning-Seminar fort. Neben den üblichen Seminarterminen wird also auch online gelernt und gearbeitet werden. So wird Gelegenheit gegeben, sich auch praktisch mit der Thematik zu befassen und unter Umständen dabei Medien-Kompetenz zu erwerben, deren Bedeutung in den aktuellen Diskursen um Bildungsziele ja immer wieder betont wird. Angesichts dieser doppelten Zielsetzung des Seminars in Verbindung mit Formen kooperativen Lernens muss mit einem erhöhten Arbeitsaufwand gerechnet werden. Die Konzeption als Blended-Learning-Seminar setzt zudem eine kontinuierliche Beteiligung voraus. Im Gegenzug ist es für Studierende im Modulsystem möglich, zusätzliche Leistungspunkte im Bereich Schlüsselqualifikationen zu erwerben.

Das Seminar wendet sich an Studierende ab dem 3. Semester. Die Durchführung als Blended- Learning-Seminar steht unter dem Vorbehalt einer ausreichenden Anzahl an verbindlich Teilnehmenden. Sollte eine Mindestanzahl von Teilnehmenden nicht erreicht werden, wird der praktische Teil entfallen. Deshalb wird um Anmeldung per E-Mail bis zum 10. Oktober gebeten. Ein kleiner Handapparat wird ab Anfang September in der FBS zur Verfügung stehen.


 Seminar am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie im Sommersemester 2006

Studien zur Bildungsforschung

SE 2, D0 10-12, V 111, Beginn: 13.04.06,
Studienbereiche: Empirie, BS; G2,6 H4; Soz 2,3, Soziol 2,3 LG4, LGHR4.

In diesem Seminar sollen Studien zur Bildungssoziologie im Hinblick besonders auf die Frage nachChancengleicheit diskutiert werden.
Nach einer Klärung, was überhaupt mit Chancengleichheit gemeint sein kann, sollen bildungssoziologisch relevante Studien hinsichtlich ihrer Methoden und ihrer Ergebnisse zur Kenntnis genommen werden. Dabei spielen zunächst Einzelaspekte wie etwa Selektivität des Schulsystems, Übergang vom Bildungs- in das Erwerbssystem, Hochschulzugang, Studienabbruch und Studienerfolg eine Rolle. Nicht zuletzt ist hier auch die international vergleichende Dimension (Stichwort "PISA") ein Thema. In der ersten Hälfte des Seminars sollen neben den inhaltlichen Ergebnissen insbesondere auch die Forschungs- und Erhebungsmethoden kritisch betrachtet werden. Im weiteren Verlauf sollen die Studien dann in ihrer Relevanz für die Bildungspolitik wie für gesellschaftstheoretische Entwürfe verortet werden.
Ein Handapparat wird in der vorlesungfreien Zeit in der Bibliothek (FBS) eingerichtet. Thematische Absprachen können ab dem 01. März per Mail (ufri13@web.de) getroffen werden. Als Leistungen im Seminar bieten sich in erster Linie Vorstellungen von Studien durch mündliche Referate an.


Seminar am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie im Wintersemester 2005/06 & erneut im Wintersemester 2007/08

Grundlagentexte zur Bildungssoziologie

SE 2: Mo 09:00/11:00 Raum: V 410, Beginn: 17.10.2005
G1,2; Soz3, Soziol 2, LG4, LGHR4

Anhand der Lektüre sozialwissenschaftlich relevanter Texte zur Bildungssoziologie soll in sozialwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen eingeführt werden. Ein Schwerpunkt wird in der Vermittlung von "handwerklichen" Fertigkeiten liegen, hier insbesondere dem kritischen Lesen und dem Schreiben kurzer Texte. So wird am Anfang auch die Analyse von Textstrukturen stehen. Danach sollen regelmäßig Essays oder andere Kurztexte geschrieben werden. Die Nutzung von Computer und Internet wird vorausgesetzt, kann gegebenenfalls aber auch noch in der Anfangsphase parallel erlernt werden.
Inhaltlich sollen nach einer kurzen sozialgeschichtlichen Einführung zunächst zentrale Begriffe geklärt werden. Danach wird es um unterschiedliche (gesellschafts)theoretische Ansätze zu Fragen der Bildungssoziologie gehen.
Zu den großen Themenkomplexen einer Bildungssoziologie gehören dabei:

  • Bildungssysteme und Bildungsinstitutionen,
  • Bildung und soziale Ungleichheit,
  • Bildung und kulturelle Differenz,
  • Bildung und Beschäftigung.

Diese spiegeln sich auch in den aktuelleren politischen Debatten zu Bildungsfragen, wie etwa im Rahmen der PISA-Debatte oder bei der Umgestaltung der Hochschulen.
Den genannten oder anderen bildungspolitischen Fragen kann dann vor dem Hintergrund der theoretischen Klärungen und unter Einbeziehung von Ergebnissen aus der Bildungsforschung ansatzweise nachgegangen werden.
Dieses Seminar eignet sich auch als Einführungs-Seminar im Diplomstudiengang Sozialwissenschaften.
Ein Handapparat wird ab Mitte September in der Fachbereichsbibliothek Sozialwissenschaften eingerichtet. Ein Reader zum Seminar kann in der zweiten Sitzung erworben werden.


Seminar am Institut für Politische Wissenschaft im Sommer-Semester 2005 und im Wintersemester 2005/06

Theorien der Gesellschaft (zus. mit Gert Schäfer und Björn Thies)

SE 2, Di 15-17, V 407, Beginn: 12.04.05, Studienbereiche: G 1; POL 1;LG 2; LGHR 2; LbS 3; MTE Modul 5.

In diesem Seminar sollen verschiedene Gesellschaftstheorien erarbeitet werden. Gefragt werden soll, was jeweils mit dem Terminus Gesellschaftstheorie bezeichnet wird, wie und warum sich Theorien der Gesellschaft unterscheiden usw. In jeweils mehreren Sitzungen sollen zunächst die Konzeptionen von Talcott Parsons (Das System der modernen Gesellschaft), Jürgen Habermas (Theorie des kommunikativen Handelns) und Anthony Giddens (Die Konstitution der Gesellschaft) analysiert, diskutiert und sodann vergleichend beurteilt werden.

Einführende Lehrbücher u.a. zu allen genannten Ansätzen:
  • Richard Münch, Soziologische Theorie. Band 3: Gesellschaftstheorie, Frankfurt a.M., New York 2004;
  • Stark/Lahusen, Hrsg., Theorien der Gesellschaft, München, Wien 2002.

In der Fachbereichsbibliothek wird ein Seminarapparat eingerichtet.

 


Seminar am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie im Sommersemester 2005

Neue Formen der Wissensproduktion - Herausforderung der Universitäten?

SE 2, Do 17-19, V 110, Beginn: 14.4.05, Studienbereiche: H1, H4, H7, Soz 1, Soz 3a) und c), Soziol 1, LG 4, LGHR 4, LbS 4

Zu den soziologischen Gegenwartsdiagnosen gehört es, unsere Gesellschaft als Wissensgesellschaft zu bezeichnen. Der Universität, als einem traditionellen Ort der Produktion und Vermittlung von Wissen könnte damit eine gesteigerte Bedeutung zukommen. In der Wissenschaftsforschung kommen jedoch einige zu dem Schluss, dass die Universitäten im Begriff seien, ihr Monopol der Wissensproduktion zu verlieren. Weiter wird behauptet, dass es neue Formen der Wissensproduktion gebe, die zunehmend Bedeutung erhielten (Gibbons/Scott/Nowotny) und die Wissensinstitutionen der Zukunft kennzeichnen würden. Auf der einen Seite soll zunächst kritisch untersucht werden, ob es hierbei um Fakten, Fiktionen oder nur eine Mode im Diskurs um eine Wissensgesellschaft geht (Weingart). Hier können exemplarisch einige Forschungsfelder oder Wissenschaftsinstitutionen in den Blick genommen werden. W elche Formen von Arbeit und sozialer Organisation zeichnen diese „neuen Orte der Wissensproduktion“ denn wirklich aus? Andererseits soll die Debatte zum Ausgangspunkt dafür genommen werden, mögliche Entwicklungen für Universität und Gesellschaft zu durchdenken. In diesem Zusammenhang kann auch nach der Rolle der Sozialwissenschaften unter eventuell veränderten Bedingungen gefragt werden. Berührt sind Fragen im Schnittfeld von Wissens-, Wissenschafts-, Arbeits- und Organisationssoziologie mit bildungspolitischen Implikationen. Ein Handapparat mit Basisliteratur

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